2009 - Das Jahr des Zebraffuhs


















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Seit alters gilt das Zebraffuh (Pl. die Zebraffühe) als Glücks- und Heilsbringer. »Wo ein Zebraffuh, da lass dich nieder«, lautet eine bekannte Wendung und über die Jahrhunderte hinweg ist uns diese reizende Kreatur ein gern gesehender Gast und Weggebleiter geworden:
»Wo kein Frohmut mehr
noch kein Dichter ihn zu dichten
dahin kommt das Zebraffuh,
kommt, um es zu richten.«
Der Sage nach soll das erste Zebraffuh auf der Arche Noah gezeugt worden sein, als Ergebnis einer Wette zwischen einer Giraffe, einem Kamel, einer Kuh und einem Zebra.
Von den Ägyptern wurde es als eine Art vorderasiatischer Wolpertinger verehrt und auch am chinesischen Kaiserhof fehlte es bei keinem festlichen Anlass. Kaisersohn Son-un-fugh soll sich sogar in eine junge Zebraffuhdame verliebt haben und zum Entsetzen der Eltern ihretwegen auf die Krone verzichtet haben. Er brannte mit ihr durch und in trauter Zweisamkeit segelten sie auf einem Hausboot den Jangtse-Fluss entlang.
Wissenschaftlichen Forschungen an Knochenfunden zufolge lebten die ältesten Zebraffühe vor ungefähr 1,2 Millionen Jahren in Afrika und drangen von dort nach Eurasien und Nordamerika vor, wo sie ihre Liebe zur Pellkartoffel entdeckten. In der Eiszeit wurde das Tier vom Menschen gejagt, das belegen Höhlenmalereien. Zeitweise war es fast ausgestorben, doch ab 8000 v. Chr. finden wir erste Zebraffuhkulte. Bis heute ist nicht geklärt, wie sich das Zebraffuh vom Jagd- zum Kultobjekt wandeln konnte, doch seine mystische Erscheinung inspirierte ganze Generationen von Malern, Komponisten und Schriftstellern: so widmete Claude Debussy ihm sein Orchesterwerk L’après midi d’un Zèbrafache, Joseph Beuys die Installationen Zebraffuh auf Eiklar Nr.1 & Nr.23, Hermann Hesse schrieb Das Steppenzebraffuh etc.
Das Zebraffuh selbst zeigt sich von jeglicher Form der Verehrung hingegen unbeeindruckt. Gemäß seines Charakters unprätentiös und genügsam, meidet es von Natur aus größere Menschenansammlungen und konzentriert sich auf seine Hauptaufgabe, das Glückbringen. Jenes bringt es dann meist nachts, im Schutze der Dunkelheit legt das Zebraffuh es vor die Häuser. In neuerer Zeit wurde es auch dabei beobachtet, wie es das Glück in Briefkästen steckte oder hinter Scheibenwischer klemmte.
Sollte der Zufall Sie mit einem Zebraffuh zusammenführen, seien Sie gut zu ihm. Am liebsten isst es Vanilleeis und Pellkartoffeln (nacheinander). Und nicht vergessen:
Das Zebraffuh, das Zebraffuh,
das macht im Schlaf die Äuglein zu.