Der Strichpunkt
Ein Punkt, der war oft pleite,
er lebte so ins Weite
und wie häufig auf der Welt
fehlt es ihm an Geld.
Da funkt es in der Kneipe,
er hatte schon Schlagseite,
begann er sich zu fragen
weshalb es nicht mal wagen
den Schritt in andre Lagen
die Haut zu Markte tragen
Profit daraus zu schlagen
vergessen alle Plagen
wirtschaftlich und finanziell-
er geht jetzt ins Bordell.
Ein Schluck schnell
und er fasste sich
sagte fest: »Die Welt- mein Strich«
und rollte rasch hübsch hergemacht,
in selbiger Entschlusskraftnacht,
noch eh’ der nächste Tag erwacht
auf zur »Erosfleischlustschlacht«.

Dort
läutet er am Eingangstor
und stellt sofort sich sittsam vor:
»Ich bin ein Punkt und möcht’ probieren
hier für Geld zu koitieren.
Will auf allen Vieren
jeden Glanz verlieren
mich nun nicht genieren
mich ganz dekolltieren
mit Peitsche volitigieren,
na, kurz: ich möchte mich
prostituieren.«
Da lacht der Wirt recht amüsiert
und spricht:
»Ein Punkt geht auf den Strich!
Mein Herr, ich will Sie nicht brüskieren
doch dieser Job assoziiert
mehr Stricher und meint nun deziedert
nicht
Punkte, gleich wie Sie.
Tut mir leid, mais c’est la vie.«
Enttäuscht, der Punkt
und leicht verwirrt,
dass auf dieser Welt
ein Strichpunkt so nicht existiert,
macht sich auf
und findet Halt bald,
in der Punktewerkanstalt,
als Rufezeichenpunktgestalt.
Und endet schließlich bürgerlich
nicht auf, doch dafür unterm’ Strich.
16. Oktober 2005

